Ja. Ich lebe in Köln. Wie hoch also mag die Wahrscheinlichkeit sein auf der Suche nach einem WG Zimmer auf eine Gay-Kommune oder einen Karnevalsverein zu treffen.
Wie komme ich überhaupt dazu meine top 52 qm deluxe Wohnung mit Rheinblick gegen ein WG Zimmer einzutauschen. Bedeutet dies die Verweigerung erwachsen zu werden oder ist es einfach nur das Erkennen des Einsparpotenzials bei der Miete welche dann eh in Schuhe und Taschen investiert wird. Vielleicht friste ich auch einfach nur ein Pseudo-Single-Dasein. Man weiß es nicht.
20 qm für 300 Euro im schönen Agnesviertel klingen erst mal super. Der Mitbewohner, ein Koch. Blitzartig sehe ich mich in 6 Monaten aufgegangen wie ein Hefeteilchen auf der Couch rumlungernd – in der einen Hand den Löffel mit dem ich gerade genussvoll die Creme Brulee wegfuttert habe - in der anderen den Telepiloten mit dem ich durch das Fernsehprogramm zappe und mich zwischen „2 bei Kallwass“ oder der „Familienhilfe mit Herz“ nicht entscheiden kann.
Ich hätte dieses Zimmer gerne genommen bis……
Bis diese SMS vom potenziellen Mitbewohner kam.
„ich bin zwar nicht auf Brautschau aber ich fand dich total süß“
AUTSCHHHHHHHHHHHHHHH…………………..
Und auch da wieder die wildesten Paranoia: Wie ich bei Wasser und Brot am Heizungskörper gefesselt als Sexsklavin verheizt werde…..oder er nachts heimlich an meiner Wäsche schnüffelt……sich in der Dusche versteckt um mir beim Toiloittengang zuzusehen…..
Aber mal so ganz ohne Witz. Eine WG mit einem Mitbewohner, der heiß auf einen ist kann ich nun wirklich nicht gebrauchen.
Schade, war wirklich ein sehr schönes Zimmer……